Kreuzkapelle

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 Kreuzkapelle – Grundsteinlegung am 25. Februar 1962

 An diesem Tag  war es frostig kalt, laut historischer Temperaturaufzeichnung minus 5 Grad Celsius. Man traf sich an der alten Schule im Oberdorf und

 marschierte gemeinsam mit dem Posaunenchor Wehnsen zum Kapellenplatz.Unter Ihnen waren die Lehrer Willi Hoffmann und Rudolf Aurich mit einigen
Schulkindern. Dabei war Helmut Glasing, der folgendes berichtete: Während der Veranstaltung sangen die Schüler einige Lieder, standen in Reih und Glied und
froren sich buchstäblich den Hintern ab. Ein anderer Schüler, Heinz Lachmann, fiel von dem langen Stehen in der Kälte geschwächt um.

 An der Veranstaltung nahmen Personen verschiedener Organisationen teil. Stellvertretend seien genannt: der Gemeinderat Alvesse mit dem Bürgermeister
Heinrich Fröchling, Herr Falken vom Amt für kirchliche Bau- und Kunstpflege, Außenstelle Celle, der Patron der ev. luth. Kirchengemeinde Edemissen Adolf v. Flockher Ankensen, der Architekt Dr. Horst Lohe, der auch die neue Schule, jetzt Sitz der Firma Windstrom, entworfen und gebaut hat und die Mitglieder der Kapellengemeinde Alvesse.

Der „wirkliche Bauherr der Alvesser Kreuzkapelle war der damalige Kapellenvorstand“ vertreten durch Pastor Traugott Range als Vorsitzender, Fritz Fröchling, Karl Schridde, Heinrich Wierig vom Kapellenvorstand Alvesse und der eigentliche Initiator, Pastor Prick, früher in Edemissen tätig.

Der Kapellenvorstand bereitete den Grundstückskauf vor, auch damals wurde um den Grundstückspreis gefeilscht, aber man wurde sich einig und bezahlte in bar bei der notariellen Verhandlung im Haus des Verkäufers Heinecke am 25.09.1958.

Das Grundstück wurde im Frühjahr 1959 durch Hand- und Spanndienste an denen fast alle Alvesser teilnahmen, mit 800 m³ Boden aufgefüllt. Die Finanzierung erwies sich als sehr schwierig und langwierig. Erst als diese gesichert war, konnte man mit dem Bau der Kapelle 1962 beginnen.

In den Grundstein wurde eine Kassette eingemauert, in der neben der Heimatzeitung weitere Dokumente der heutigen Zeit und eine Urkunde über die Bauplanung sowie geschichtliche Daten der Gemeinde niedergeschrieben sind. Auf der Rückseite der Bilder, die bei der Grundsteinlegung der Kassette beigelegt wurden, sind folgende Aufzeichnungen:

  • Alte Schule zu Alvesse mit Kaiser Wilhelm Eiche, Glockenturm wurde 1903 errichtet, das Klassenzimmer wurde 1909 an die Schulwohnung angebaut. Bis 1959 wurde das Klassenzimmer als Kapellenraum mit genutzt.  – Im Februar 1962 –
  • Neue Schule zu Alvesse-Voigtholz, wurde 1959 vom Schulverband Alvesse-Voigtholz erbaut. Ab 1959 wird ein Klassenzimmer von der Gemeinde Alvesse als Kapellenraum genutzt.
  • Friedhof zu Alvesse – wurde 1906 angelegt. Zur Zeit mit 196 Grabstellen belegt
  • Ehrenmäler zu Alvesse
  • für die Weltkriege 1914-1918 und 1939-1945 – im Februar 1962 –
  •  Niedersächsisches Bauernhaus – Stolten Hof Haus N. 1
  • Mühle zu Alvesse – Besitzer Otto Boes, erbaut 1870, zurzeit nur noch für eigenen Bedarf im Betrieb. – Im Februar 1962 –

Nach dem die drei Geistlichen mit den traditionellen drei Hammerschlägen dem Werk den Segen gegeben hatten, erteilte auch der Bürgermeister Heinrich Fröchling dem Bauwerk ein Gutes gelingen. Die Vertreter der Kirchenvorstände und des Rates der Gemeinde schlossen sich an. In der Gastwirtschaft Wrede fand man sich anschließend zu einer Vesper zusammen.

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Stahlkonstruktion der Kreuzkapelle

Was war der Grund für den Kapellenneubau?
Der bislang genutzte Raum in der alten Schule stand nicht mehr zur Verfügung und in der neuen Schule war ab 1959 ein Nutzungsrecht für 6 Jahre eingeplant. Am 22.1.1958 fand eine Besprechung über den Neubau einer Kapelle in Alvesse und anschließend eine Besichtigung des vorgesehenen Bauplatzes statt. Teilnehmer waren Pastor Prick, Architekt Dr. Ing. Lohe, drei Herren vom Kapellenvorstand, Diplomlandwirt Schröder und Herr von Ruediger.

Das für den Neubau vorgesehene Grundstück liegt zentral im Dorfe Alvesse an sehr guter Stelle in städtebaulicher Hinsicht und ist ca. 900 m2 groß. Im Osten grenzt es an das Grundstück des Gefallenendenkmals. Über die mutmaßliche Form des Neubaus wurden sich Herr v. Ruediger und der Architekt rasch einig.

Der Kapellenneubau soll ca. 120 Plätze erhalten. Die Gemeinde muss die Finanzierung mit der Landeskirche klären. Der Architekt Dr. Ing. Lohe wird seine Entwurfsarbeiten im Kontakt mit dem Amt für kirchliche Bau- und Kunstpflege durchführen

Am Mittwoch dem 21. Mai 1958 fasste der Kapellenvorstand einen Grundsatzbeschluss zum Kapellenneubau.
Man beauftragte den Architekt Dr Lohe mit der Ausarbeitung eines Konzeptes für 120 Sitzplätze und der Erstellung einer groben Kostenübersicht. Anwesend: Pastor Prick als Vorsitzender, die Kapellenvorsteher Fröchling, Schridde und Wierig

Die erste Kostenübersicht wies einen Betrag von 120.000 DM aus. Die tatsächlichen Baukosten betrugen 198.868,67 DM

Kapelleneinweihung am 18. August 1963
Der Wehnser Posaunenchor spielte Chorchoräle. Kurz vor 15:00Uhr trafen die Gäste ein, Landessuperintendent Peters-Celle, Superintendent Schulze-Sievershausen, Pastor Prick früher in Edemissen tätig, Pastor Range aus Abbensen und Vikar Blitz, Bürgermeister Heinrich Fröchling, Oberkreisdirektor Plett, der Kapellenvorstand und die Alvesser Kapellengemeinde.

Der Architekt Dr. Lohe überreichte nach dem Lied „Tut mir auf die schöne Pforte“ die Kirchenschlüssel an den Landessuperintendenten, dieser an Pastor Range. Die Öffnung der Tür übernahm Vikar Blitz. Nach der Weihe des Altars und der Kanzel erklang um 15:28 zum ersten Mal die Glocke. Abschluss der Kirchenweihe war in der Gaststätte Wrede

Eckpunkte
1964
   Orgelkauf für 9.000 DM, finanziert durch Spenden der Alvesser,3.324 DM
und einer Beihilfe vom Landeskirchenamt, 6.000 DM.
Die Orgel ist 2002 verkauft worden, da der Reparaturaufwand von ca. 3000 Euro zu hoch war. Als Ersatz ist 2002 eine elektronische Orgel gekauft worden

1968 Einbau der 2 Kirchenglocken am 10.September
Inschrift Glocke 1
: AD 1968, Sander, Pastor – P, Vetter, P., KV. F. Fröchling, K. Schridde, H. Wierig, O Land, höre des Herrn Wort
Die erste Glocke erhält den Ton „cis“ wiegt 230 kg, d= 72 cm

Inschrift Glocke 2: Memoria 1903, Lange P., KV.  H. Wierig, K. Hacke, H. Wrede, G. Heuer
Die Lebenden rufe ich, die Toten geleite ich.
Die zweite Glocke erhält den Ton „c“ wiegt 130 kg, d=60 cm

1968_Glocke_Guss_011_

Das Foto zeigt, von links, Fritz Fröchling, Pastor Karl-Heinz Sander, Friedel Fröchling, Alfred Glasing, Karl-Heinz Schridde, Albert Hacke, Karl Schridde und Willi Hoffmann .

1979 Grenzbereinigung
1982 Erbschaft  Elfriede Budig, 20.000 DM,
Abendmahlsgeräte, Taufkanne, Leuchter, Sitzkissen
1993 Abgabe des Friedhofes an die politische
Gemeinde 1906 angelegt
1994 Verkauf des Grundstückes aus Vermögensauseinandersetzung von 1957
Erlös für Neubau Pfarrhaus II Edemissen, Bauunterhaltungsmaßnahmen Kapelle Alvesse und der Rest in DIFA Fonds,
2002 Renovierung – Innenanstrich, 2007 Lebendiger Adventskalender,
2010 Turmrenovierung, 2011 Türrenovierung

Die Kapellenvorstände haben mit ihrem Einsatz, das Gemeindeleben der Kapellengemeinde mit Familiengottesdiensten, Kinderkirche, Krippenspiele mit den Kindern zu Weihnachten belebt. Getragen wurden und werden die Aktivitäten zusätzlich durch alle freiwilligen Helfer und die Kinder, die die angebotenen Aktivitäten wahrnehmen.

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